Lise-Meitner-Gymnasium

Ökologie erleben

12. Mai 2026 / MINT, Biologie, Exkursionen

Wir untersuchen die ökologischen Verflechtungen in einem Ökosystem.

Am 29. April 2026 wurde das Freudenthaler Industriemuseum Sensenhammer bei bestem Frühlingswetter zum außergewöhnlichen Lernort: Die beiden Biologie-Leistungskurse der Q1 des Lise-Meitner-Gymnasium führten dort gemeinsam mit ihren Lehrkräften Oliver Ley und Jan Siebertz sowie den externen Experten Ulrich Bornewasser und Ulrich Schmidt-Fries eine groß angelegte ökologische Freilanduntersuchung durch. Insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler machten sich dabei auf die Spur der Natur – und verwandelten Theorie in echte Forschung.

Schon kurz nach der Ankunft wurde die historische Schmiedehalle in ein modernes Öko-Labor verwandelt: Mikroskope und Binokulare wurden aufgebaut, Analysegeräte vorbereitet, Laborkittel und Schutzbrillen verteilt. Während einige Gruppen mit Wathosen und Keschern ausgerüstet zur Dhünn aufbrachen, untersuchten andere Bodenproben aus Wald und Wiese oder dokumentierten Pflanzen- und Tierarten direkt vor Ort.

In der ersten Arbeitsphase arbeiteten die Schülerinnen und Schüler rund drei Stunden lang in sechs spezialisierten Gruppen. Dabei wurden Wasser- und Bodenproben chemisch analysiert, Arten bestimmt sowie Biodiversität und Abundanz verschiedener Lebensräume untersucht. Besonders spannend war die Arbeit an der Dhünn: Mit Keschern wurden Wasserorganismen gesammelt und anschließend unter dem Binokular bestimmt. Alle Ergebnisse wurden digital dokumentiert und in einer gemeinsamen Cloud gesichert – ganz wie in einem echten Forschungsprojekt.

Nach einer wohlverdienten Mittagspause begann die zweite Forschungsphase. Nun wurden die gesammelten Daten in neuen Teams ausgewertet und miteinander verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler gingen dabei anspruchsvollen ökologischen Fragestellungen nach: Wie hängen Bodenwerte mit bestimmten Pflanzenarten zusammen? Welche Aussagen lassen sich über die Wasserqualität der Dhünn treffen? Welche Räuber-Beute-Beziehungen oder Symbiosen existieren im Ökosystem? Auch Nahrungsnetze und der Einfluss sogenannter Neobionten – also nicht heimischer Arten – wurden untersucht.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Mit beeindruckender Fachkenntnis präsentierten die Gruppen ihre Erkenntnisse und zeigten eindrucksvoll, wie komplex und empfindlich natürliche Ökosysteme sind. Besonders deutlich wurde dabei auch, welchen Einfluss der Mensch auf Biodiversität und Umwelt hat. Für viele war dies eine wertvolle Erfahrung, weil sie die Inhalte des Unterrichts endlich praktisch anwenden konnten.

Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler war deutlich spürbar:
„Besonders interessant fand ich, dass wir selbstständig Daten erheben und auswerten konnten. Vor allem die Untersuchungen an Teich und Bach fand ich spannend, weil man ökologische Zusammenhänge direkt vor Ort verstehen konnte.“

„Vor allem der Teil im Wald mit den Pflanzen war cool, weil man das mal praktisch sehen konnte. Insgesamt war es eine gute Abwechslung zum normalen Unterricht.“

Neben den fachlichen Erkenntnissen bot das Projekt auch einen authentischen Einblick in naturwissenschaftliche Forschung, wie sie an Universitäten und Forschungseinrichtungen durchgeführt wird. Damit leistete der Forschungstag zugleich einen wichtigen Beitrag zur Studien- und Berufsorientierung.

Ein besonderer Dank gilt der Bayer Foundation, die diesen außergewöhnlichen Forschungstag durch ihre Förderung ermöglicht hat. Aufgrund des großen Erfolgs soll das Projekt künftig regelmäßig mit den Biologie-Leistungskursen – und möglicherweise auch mit Grundkursen – durchgeführt werden. (SI)

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